Elmar Tophoven Geförderte, Vanessa Hannesschläger, dokumentiert die Entstehung der Übersetzungen von Peter Handke

Foto: Chris Korner/DLA-Marbach

Im Rahmen einer Förderung durch den Elmar-Tophoven-Mobilitätsfonds für die Erforschung von Übersetzernachlässen beschäftigt sich Vanessa Hannesschläger, Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW), mit dem Vorlass Peter Handkes am Deutschen Literaturarchiv Marbach. Sie untersucht dabei einerseits die Werkmaterialien im Siegfried Unseld Archiv, die die Entstehung der Übersetzungen des Autors dokumentieren, geht aber insbesondere auch den Spuren nach, die die vielen verschiedenen Sprachen, die der Autor beherrscht, in seinem "eigenen" Werk hinterlassen haben. Dabei untersucht sie auch die jüngst erworbenen Notizbücher des Autors aus den Jahren 1990-2015.

Der österreichische Schriftsteller Peter Handke hat im Lauf seiner mehr als 50-jährigen Schreibkarriere nicht nur zahlreiche große Romane wie "Die Wiederholung" (1986), "Mein Jahr in der Niemandsbucht" (1994) oder "Der Bildverlust oder durch die Sierra de Gredos" (2002) veröffentlicht. Auch als Theaterdichter hat Handke bedeutende Werke verfasst, die das moderne Drama geprägt haben, neben der legendären "Publikumsbeschimpfung" (1966) etwa "Über die Dörfer" (1981), "Das Spiel vom Fragen" (1989) und "Immer noch Sturm" (2010). Weniger bekannt, jedoch im Gesamtwerkkontext nicht weniger bedeutsam ist, dass Handke auch als Übersetzer ein substantielles Oeuvre geschaffen hat: über 30 Texte in Buchlänge hat er aus vier verschiedenen Sprachen (Englisch, Französisch, Slowenisch und Altgriechisch) ins Deutsche gebracht.