Zeitkapsel 48: Global Archives: Herbert Caro

Nachdem das nationalsozialistische Regime Herbert Caro aufgrund seiner jüdischen Herkunft ein Berufsverbot erteilt hatte, wanderte er nach Brasilien aus und wurde dort zu einem bedeutenden Übersetzer deutschsprachiger Literatur, der vor allem für seine Thomas Mann-Übersetzungen berühmt wurde. Im Rahmen der Initiative Global Archives wurde der Nachlass von Herbert Caro am Instituto Cultural Judaico Marc Chagall in Porto Alegre, Brasilien neu erschlossen. Das reichhaltige Archivmaterial, das neben den Übersetzungsmanuskripten auch die Korrespondenzen Caros mit den übersetzten Autoren umfasst, bietet spannenden Stoff für einen ,Dialog’ zwischen Herbert Caro und Thomas Mann.

Mit Lydia Schmuck und Tilmann Lahme, Datum: 26. September 2017, Beginn 19:30 Uhr, Ort: Deutsches Literaturarchiv Marbach

AUSSTELLUNG - PRINZ MAXIMILIAN ZU WIED (1782-1867) - EIN RHEINISCHER NATURFORSCHER IN DER ALTEN UND NEUEN WELT - VOM 25.06. - 01.11.2017, Roentgen-Museum Neuwied

Das Roentgen-Museum Neuwied zeigt aktuell eine Ausstellung, welche die Forschungsreisen von Prinz Maximilian zu Wied, die er unter anderem nach Brasilien unternahm, beleuchtet. Von seiner fast zweijährigen Expedition von über 1.400 km durch Brasilien, die er vermutlich auf Empfehlung Alexander von Humboldts unternahm, brachte er viele Sammlungsstücke mit. Die Ausstellung dokumentiert Leben und Reisen des bedeutenden Naturforschers und stellt seine Forschungsreisen nach Brasilien und Nordamerika in den Mittelpunkt. Bei der Dokumentation der brasilianischen Forschungsreise stützt sie sich auf einzigartige Materialien der Brasilien-Bibliothek der Robert Bosch GmbH Stuttgart, welche Teile der Geschichte Brasiliens ab dem 15. Jahrhundert in ihrer Sammlung dokumentiert. Diese enthält unter anderem Erstausgaben vom 15.-19. Jahrhundert, Reiseberichte und Beschreibungen Brasiliens, frühe Zeugnisse der Kartographie sowie den Brasilien-Nachlass des Prinzen Maximilian zu Wied, bestehend aus eigenen Werken, Zeichnungen, Skizzen, Reisenotizen, Tagebüchern und Manuskripten.

(Ibero)Romanische-Germanische Zwischenwelten

Im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts kamen zahlreiche deutschsprachige Exilanten nach Lateinamerika und fanden dort Zuflucht vor Krieg und Vertreibung. Unter ihnen waren auch viele Intellektuelle sowie Künstlerinnen und Künstler, die sich dortigen Intellektuellenkreisen anschlossen, neue Zirkel gründeten oder auch als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Aufnahmeland tätig waren. Dadurch haben sie nicht nur das Geistesleben und die Wissenschaft vor Ort beeinflusst, sondern wurden auch in besonderer Weise von dortigen Ideen und Infrastrukturen geprägt und haben wiederum auf ihre Herkunftsländer zurückgewirkt. Die Werke dieser Autorinnen und Autoren können dadurch weder im Rahmen der territorialen (nationalstaatlichen) Grenzen des Ortes, an dem sie verfasst wurden, begriffen und analysiert werden, noch sind sie einer wissenschaftlichen Teildisziplin zuordenbar. Diese Werke gezielt in den Blick zu nehmen, ist die zentrale Idee der Sektion „(Ibero-)Romanisch-Germanische ZwischenWelten. Exilliteratur als Zeugnis und Motor einer vernetzten Welt“. Die Sektion findet im Rahmen des Romanistentages vom 8. bis 12. Oktober 2017 an der Universität Zürich zum Thema „Dynamik, Begegnung, Migration“ in Zusammenarbeit mit den deutschen und lateinamerikanischen Partnerinstitutionen der „Global Archives“-Initiative des DLA statt. Weitere Informationen finden sich im Call for Papers.

Für Informationen zum genauen Ablauf können die Abstracts der Einzelbeiträge sowie das Sektionsprogramm eingesehen werden.

New Types. Drei Pioniere des hebräischen Grafik-Designs

Eine Ausstellung des Israel Museum, Jerusalem. 18. Juni bis 24. September 2017 im Museum für Druckkunst Leipzig.

Bücher, Embleme und Buchstaben aus bislang unerforschten Archivbeständen von Franzisca Baruch, Henri Friedlaender und Moshe Spitzer erzählen eine Geschichte hebräischer Schrift- und Buchgestaltung, die von Berlin und Leipzig nach Jerusalem führt. Mehr

Casa Stefan Zweig, Petrópolis, Brasilien: Drei Humanisten: Romain Rolland, Stefan Zweig und Joseph Roth

Unter dem Titel „Três humanistas: Romain Rolland, Stefan Zweig e Joseph Roth“ hat die Casa Stefan Zweig eine Ausstellung organisiert, in der die Werke, Korrespondenzen und Tonaufnahmen der drei Autoren gegenüberstellt und die gemeinsamen humanistischen Werte beleuchtet wurden.

Bei der Ausstellung, die vom 2. Mai bis 2. Juni 2017 im Kulturzentrum der französischen Botschaft in Rio de Janeiro „A MAISON" zu sehen war, hat auch das Deutsche Literaturarchiv Marbach mitgewirkt, das Briefe von Stefan Zweig an Joseph Roth aufbewahrt.

Der Flyer zur Ausstellung kann hier eingesehen werden.

Jerusalem, Israel: Symposium 27.09-29.09.2016 - Contested German-Jewish Cultural Property after 1945

Im Zentrum des als Kooperationsveranstaltung zwischen dem Franz Rosenzweig Minerva Research Center for German Jewish Literature and Cultural History, dem Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig und dem Deutschen Literaturarchiv Marbach an der Hebräischen Universität in Jerusalem stattfindenden Gentner Symposiums stehen die symbolischen Resonanzen des Umgangs mit dem deutsch-jüdischen Kulturerbe nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Mehr

Marbach: Exil in China - Deutsch-chinesischer Workshop

Vom 4. bis zum 5. April 2016 fand im DLA Marbach in Kooperation mit der Universität Stuttgart ein Workshop mit chinesischen Germanisten statt. Ausgehend von Archivüberlieferungen in deutscher Sprache befasste sich der Workshop mit der Emigration nach China in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Programm findet sich hier.

Marbach: Archival Basics - Israelisch-deutscher Workshop

Vom 14. bis zum 17. April 2016 fand im DLA Marbach ein Archivworkshop für israelische Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler statt, der sich mit den Grundlagen der Archivarbeit sowie dem Stand der aktuellen Forschungs- und Erschließungsprojekte in Israel befasste. Das Programm findet sich hier.

Marbach: Internationale Sommerschule 2015 - World Literature, Global Archives

Marbach: Internationale Sommerschule 2015 - World Literature, Global Archives

Vom 26. Juli bis zum 7. August 2015 fand im DLA Marbach eine internationale Sommerschule zum Thema "World Literature, Global Archives" statt. Im Rahmen der Internationalen Sommerschule diskutierten 20 internationale Stipendiatinnen und Stipendiaten mit internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern über Konzepte von Weltliteratur und beleuchteten die Prämissen der gegenwärtigen literatur- und wissenschaftsgeschichtlichen Diskussion. Mehr

Marbach: Archivworkshop für brasilianische Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler

Vom 12. bis zum 18. Juli 2015 fand im DLA Marbach ein Nachwuchsworkshop statt, der die an den Erschließungsprojekten in Brasilien beteiligten Masterstudierenden und Doktoranden in die Archivarbeit einführte. Zugleich arbeiteten sie an den brasilianischen Beständen des DLA. Im Rahmen des Workshops fand ein öffentlicher Abendvortrag von Doerte Bischoff (Universität Hamburg) statt, der sich mit "Rekonstruktionen des Exils" befasste.