Porto Alegre, Brasilien: Nachlass Herbert Moritz Caro

Im Instituto Cultural Judaico Marc Chagall hat die Neuordnung des Nachlasses von Herbert Moritz Caro begonnen. Caro, 1906 in Berlin geboren, studierte Rechtswissenschaften und erlangte im Januar 1933 seine Zulassung zum Rechtsanwalt, welche ihm wenige Monate später wieder entzogen wurde. Nach einem Aufenthalt in Frankreich kehrte er kurzfristig nach Deutschland zurück, um 1935 nach Brasilien zu emigrieren. Caro und seine Frau Nina (née Zabludowski) ließen sich in Porto Alegre nieder, wo sie aktive Mitglieder der jüdischen Gemeinde wurden. Dem Institut für jüdische Kultur waren sie Zeit ihres Lebens eng verbunden. 

Für den portoalegrensischen Verlag Livraria do Globo begann Caro als Lektor und Übersetzer deutschsprachiger Literatur tätig zu werden. Er übertrug zahlreiche Werke u.a. von Thomas Mann, Elias Canetti, Lion Feuchtwanger, Hermann Hesse, Max Frisch und Hermann Broch ins brasilianische Portugiesisch. Für seine Übersetzung von Manns Doktor Faustus wurde ihm 1985 der nationale Übersetzerpreis des Instituto Nacional do Livro zuerkannt. 1986 wurde Caro Ehrenbürger von Porto Alegre. Er verstarb 1991, seine Frau zwei Jahre später.

Im Nachlass findet sich neben zahlreichen persönlichen Dokumenten und Typoskripten seiner Übersetzungen eine umfangreiche Korrespondenz Caros, darunter auch Briefwechsel mit von ihm übersetzten Autoren. Eine Auswahl von Dokumenten aus dem Nachlass kann hier eingesehen werden.