Erschließung

Marbach / Pécs: Karl Kerényis ungarische Korrespondenzen

Im Deutschen Literaturarchiv Marbach wird aktuell der Briefwechsel des ungarischen Altphilologen Karl Kerényi (1897–1973) erschlossen. Der Nachlass Kerényis befindet sich seit 1998 im DLA. Eine Besonderheit liegt in der Mehrsprachigkeit der Bestände, die deutsche und ungarische Korrespondenzen enthalten und besondere sprachliche und kulturelle Kompetenzen bei der Erschließung erfordern. Mehr

Nachlass Egon Schwarz in Marbach

Der Nachlass sowie Teile der Bibliothek des bedeutenden Literaturwissenschaftlers Egon Schwarz (1922–2017) wurden nach seinem Tod im Februar 2017 an das Deutsche Literaturarchiv Marbach übergeben. Bereits im Jahr 2011 hatte das DLA Marbach Teile seiner Korrespondenz und Manuskripte als Vorlass erhalten. Exil und Exilliteratur prägten nicht nur Schwarz’ Forschungsinteressen während seiner Zeit als Literaturprofessor an der Harvard University und der Washington University, sie waren Bestandteil seiner Biographie. Als gebürtiger Wiener und Jude floh er im Jahr 1938 vor den Nationalsozialisten zunächst nach Prag und später über Frankreich nach Bolivien. Mehr

São Paulo, Brasilien: Deutschsprachige Dokumente des Lasar Segall-Museums

Im Lasar Segall Museum in São Paulo werden das Archiv und die Bibliothek des gleichnamigen jüdischen Malers und Kunsttheoretikers aufbewahrt.

Der aus Vilnius stammende Lasar Segall hatte in Berlin und Dresden Kunst studiert. Er war Mitbegründer der Dresdner Sezession Gruppe 1919 sowie der Sociedade Pró-Arte Moderna (SPAM), einer 1932 in São Paulo gegründeten Künstlervereinigung, die für die Verbreitung der modernen Kunst in Brasilien eine zentrale Rolle spielte und auch literarische Soireen veranstaltete.

Weitere Informationen zum Erschließungsprojekt und eine erste Übersicht über die deutschsprachigen Dokumente im Lasar Segall Archiv finden sich hier.

Jerusalem, Israel: Bestände des Historischen Archivs der Hebräischen Universität Jerusalem 1918-1948

In einer von der Gerda Henkel Stiftung geförderten Kooperation zwischen dem Franz Rosenzweig Minerva Research Center und dem Deutschen Literaturarchiv Marbach werden seit 2015 die historischen Archivbestände der Hebräischen Universität Jerusalem erschlossen. 1918 als internationale Hochschule ins Leben gerufen, wurde die Hebräische Universität zum intellektuellen Zentrum für Studierende und Lehrende aus aller Welt. An der offiziellen Eröffnung der Universität 1925 beteiligten sich bedeutende Gelehrte wie Albert Einstein, Martin Buber, Chaim Nachman Bialik und Chaim Weizmann. Nach 1933 wurde die Hebräische Universität zur wissenschaftlichen Zufluchtsstätte für zahlreiche Emigranten. Die internationale Ausrichtung der Universität und ihrer Angehörigen spiegelt sich in der Mehrsprachigkeit der Archivbestände, die einen hohen deutschsprachigen Anteil aufweisen.

Trotz der großen wissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Bedeutung der Hebräischen Universität vor der Staatsgründung Israels 1948 sind die umfangreichen Bestände der Universität bis heute weitgehend unerschlossen und für die internationale Forschung noch kaum zugänglich. Bisher sind die Bestände nur rudimentär und ausschließlich auf Hebräisch verzeichnet. Zum Ende des Projektes wird eine Online-Präsentation von Kernbeständen die Archive der Hebräischen Universität für die Zeit 1918-1948 für die internationale Forschung öffnen. Mehr

Jerusalem, Tel Aviv, Israel: Deutsch-jüdische Nachlässe in Israel

Seit 2012 werden in Israel forschungsbezogene Erschließungsprojekte realisiert: Im Schwerpunkt werden Archivbestände zur israelisch-deutschen Wissenschaftsgeschichte erschlossen, in Findbüchern oder Bibliotheks- und Archivkatalogen verzeichnet und der Öffentlichkeit und Forschung zugänglich gemacht.

In diesem vom Auswärtigen Amt unterstützten Projekt „Bewahrung und Erforschung deutsch-jüdischer Nachlässe" in Israel arbeiten das Franz Rosenzweig Minerva Research Center und das Deutsche Literaturarchiv Marbach mit Sammelstätten vor Ort wie dem Leo Baeck Institute, Jerusalem, und der National Library of Israel (NLI) zusammen. Mehr

Porto Alegre, Brasilien: Nachlass Herbert Moritz Caro

Im Instituto Cultural Judaico Marc Chagall hat die Neuordnung des Nachlasses von Herbert Moritz Caro begonnen. Caro, 1906 in Berlin geboren, studierte Rechtswissenschaften und erlangte im Januar 1933 seine Zulassung zum Rechtsanwalt, welche ihm wenige Monate später wieder entzogen wurde. Nach einem Aufenthalt in Frankreich kehrte er kurzfristig nach Deutschland zurück, um 1935 nach Brasilien zu emigrieren.

Caro und seine Frau Nina (née Zabludowski) ließen sich in Porto Alegre nieder, wo sie aktive Mitglieder der jüdischen Gemeinde wurden. Dem Institut für jüdische Kultur waren sie Zeit ihres Lebens eng verbunden. Mehr

Petrópolis, Brasilien: Stefan Zweigs brasilianische Bibliothek

Der Historiker und Zweig-Biograph Oliver Matuschek reiste im August 2015 mit Unterstützung des Deutschen Literaturarchivs Marbach nach Petrópolis, um im Rahmen eines Forschungsvorhabens zu Stefan Zweigs Bibliothek(en) den Bestand auf Provenienzmerkmale und Lesespuren zu untersuchen und zu bewerten. Die rund 70 Bände umfassende Exilbibliothek Zweigs befindet sich noch heute in der Biblioteca Central Municipal Gabriela Mistral in Petrópolis.

In Petrópolis bei Rio de Janeiro wollte Stefan Zweig, der im November 1941 seinen sechzigsten Geburtstag beging, einen Neuanfang wagen - was auch das Ansinnen mit einbezog, wieder eine Bibliothek aufzubauen. Mehr

São Paulo, Brasilien: Nachlass Helmut Andrä

Im Martius-Staden-Institut São Paulo hat das Projekt Global Archives Brasilien mit der Erschließung des umfangreichen Nachlasses von Helmut Andrä begonnen. Damit soll einer über die deutschsprachige Gemeinschaft in Brasilien hinaus kaum gewürdigten Persönlichkeit und ihren Verdiensten um das deutsche Schulwesen in Brasilien und die deutsch-brasilianischen Beziehungen zu mehr Beachtung verholfen werden. Dem Martius-Staden-Institut, welches Andräs Nachlass erwarb, war er lange Jahre eng verbunden. Zum Nachlass Andrä gehören eine umfangreiche Korrespondenz, unveröffentlichte Manuskripte, eine unvollendet gebliebene Autobiographie sowie die Bibliothek Andräs. Mehr